Besser Hören für Kinder - Sauerland Hörakustik Stappert GmbH

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Besser Hören für Kinder

Besser Hören
 

Besser Hören für Kinder

Vermutlich ist nur jemand der selbst Kinder hat in der Lage, sich in die Ängste und Sorgen von Eltern hineinzuversetzen, die erfahren, dass ihr Kind unter einer Hörminderung leidet. Plötzlich stellen sich so viele Fragen: Welche Einschränkungen werden sich für das Leben meines Kindes ergeben? Wie kann man es in dieser schwierigen Situation am besten fördern und unterstützen?
Hören macht die Welt für Kinder größer!
Auch Kinder tragen Hörgeräte!

Wenn unsere älteren Kunden mitbekommen, dass es auch Hörgerätenutzer gibt, die noch mit dem Kinderwagen gebracht werden, sind sie häufig sehr erstaunt. Natürlich machen sich die wenigsten Menschen Gedanken darüber, was geschieht, wenn ein Kind mit nicht gesundem Gehör geboren wird. Wir merken jedoch immer häufiger, dass das Interesse von jungen Eltern an Information groß ist. Deshalb möchten wir hier einmal etwas über Kinder und Schwerhörigkeit berichten.

Nach der Geburt eines Kindes erfolgen in der Regel sorgfältige Untersuchungen zum gesundheitlichen Status des Babys. In unserer Region haben wir Glück, denn in den umliegenden Kliniken wird eine sogen. Screening Untersuchung für das Gehör der Neugeborenen durchgeführt. Mit dieser noch relativ groben Untersuchung können ganz rasch Kinder erfasst werden, die entweder gar nicht hören können oder hochgradig hörbehindert zur Welt kommen. Diese Untersuchung bei Neugeborenen ist in Deutschland seit dem 01.01.2009 flächendeckend vorgeschrieben

Wenn bei einem Baby der Verdacht auf Schwerhörigkeit besteht, erfolgen weitere spezielle Diagnoseverfahren, entweder bei HNO-Fachärzten mit besonderen technischen Ausrüstungen oder in Kliniken mit einer pädaudiologischen Abteilung. In diesen Einrichtungen wird dann so genau wie in diesem Alter möglich der Grad und die Art der Schwerhörigkeit bestimmt.

Die Gründe für das Entstehen einer Schwerhörigkeit bei Kleinstkindern können vielfältig sein. Das Gehör bildet sich im Verlauf der Schwangerschaft sehr frühzeitig aus. Deshalb ist es häufig mit betroffen, wenn es zu Entwicklungsstörungen des Kindes im Mutterleib kommt. Wichtig ist, dass eine Schwerhörigkeit so früh wie eben möglich festgestellt wird. Kinder, die frühzeitig Hörgeräte oder ein Implantat für das Innenohr erhalten, haben sehr gute Chancen die Lautsprache wie jedes andere Kind zu erlernen. Leider werden nicht alle schwerhörigen Kinder so frühzeitig erfasst. Bei Kleinstkindern, die einen leichten oder mittelgradigen Hörverlust haben, ist es viel schwieriger, das handicap frühzeitig zu erkennen. Hier sind es häufig Hinweise aus dem Elternhaus oder Umfeld, die den Verdacht auf das Vorliegen einer Schwerhörigkeit geben. Das Kind reagiert zum Beispiel nicht auf die Ansprache in normaler Lautstärke, es wendet den Kopf nicht zur jeweiligen Schallquelle oder es zeigt keine Reaktionen bei Geräuschen in einer bestimmten Tonlage. Spätestens dann, wenn ein Kind keine altersgerechte Entwicklung beim Spracherwerb zeigt, sollte geprüft werden, ob das Gehör einwandfrei funktioniert!

Was nun aber tun, wenn die Diagnose "Hörgeschädigt" fest steht? Der Experte für die Hörgeräteversorgung bei Babys und kleinen Kindern ist der Hörgeräte-Akustiker mit der Zusatzausbildung als Pädakustiker. Die Anpassung der Geräte bei Kindern ist eine äußerst schwierige Aufgabe. Die Ergebnisse der Hörtests können leider nur eine vage Grundlage für die ersten Einstellungen der Geräte liefern und Kleinstkinder sind nicht in der Lage, bei der Hörgeräte Anpassung mitzuarbeiten wie es bei Erwachsenen üblich ist. Der Pädakustiker ist ein Hörgeräte-Akustiker, der sich auf die Arbeit mit kleinen Kindern spezialisiert hat. Das betrifft nicht nur die fachliche Ausbildung sowie die räumliche und technische Ausstattung. Besonders wichtig ist auch eine jahrelange Erfahrung auf diesem Gebiet.

Beim ersten Gespräch mit den Eltern gibt es viele, viele Fragen zu klären. Dabei geht es darum, wie stark der Hörverlust ist, ob er für immer bleiben wird oder vielleicht nur zeitweise besteht. Zwei der Fragen, die wir immer wieder gestellt bekommen sind: wird mein Kind normal sprechen lernen und wie kann ich mich mit meinem Kind unterhalten? Natürlich möchten die Eltern dann auch wissen, wie Hörgeräte überhaupt aussehen, wie sie funktionieren und wie man später damit umgehen muss. Babys und Kleinstkinder erhalten fast immer Geräte, bei denen die Technik hinter der Ohrmuschel sitzt.

Viele Eltern sind positiv überrascht, wenn sie sehen, dass es die Geräte und die dazu gehörigen Ohrpaßstücke in zahlreichen farbigen Varianten gibt. Ohne die intensive Mithilfe der Eltern ist eine Hörgeräte-Versorgung bei Babys nur schwierig durchführbar.

 

Im oberen Teil der Seite haben wir darüber berichtet, wie man bei kleinen Kindern eine Schwerhörigkeit feststellen kann und weshalb es so wichtig ist, diese Diagnose möglichst frühzeitig zu stellen. Wurde bei diesen Untersuchungen ermittelt, dass das Gehör nicht in Ordnung ist, dann soll das Kind so schnell, wie möglich Hörgeräte bekommen und tragen. Nur so ist gewährleistet, dass es sich richtig entwickelt.

 

Nun sollen Sie erfahren, wie wir Hörgeräte bei Babys anpassen und welche Bedeutung dabei eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten hat.
Die objektiven Messdaten des HNO-Facharztes oder der Klinik für Pädaudiologie bilden dabei die Grundlage für die Hörgeräte-Versorgung. Objektiv sagt man deshalb, weil zur Ermittlung dieser Daten keine Mithilfe des Kindes benötigt wird, - am Besten schläft es während der Untersuchungen. Je nach Alter und Entwicklung des Kindes werden dann beim Pädakustiker weitere Messungen durchgeführt. Diese Verfahren nennt man subjektiv, denn hier muss das Kind auf die eine oder andere Weise mitarbeiten.
Bei Babys beschränkt sich diese "Mitarbeit" darauf, dass das Kind in seinem Verhalten bei akustischen Signalen beobachtet wird. Bei Kleinkindern kann man das Hörvermögen mit kleinen Spielchen testen und größere Kinder sind dann schon in der Lage bei einem "richtigen" Hörtest mitzumachen.

All diese Daten bilden die Grundlage für die spätere Einstellung der Hörgeräte, denn sie sagen etwas darüber aus, wie stark die Schwerhörigkeit ist, welche Töne besonders betroffen sind oder welche vielleicht auch noch etwas besser wahrgenommen werden. Ganz wichtig ist es auch, zu wissen, wie empfindlich das Gehör trotz der Schwerhörigkeit gegenüber großen Lautstärken ist.
Kinder, die auf beiden Ohren nicht gut hören, bekommen immer zwei Hörgeräte, um den Hörverlust optimal auszugleichen. Außerdem werden bei Kindern bis auf wenige Ausnahmen stets Geräte angepasst, bei denen die Technik hinter der Ohrmuschel platziert ist. Im-Ohr-Geräte kommen nur dann in Frage, wenn anatomische oder medizinische Gründe keine Versorgung mit Geräten hinter dem Ohr zulassen.

In der Ohrmuschel bzw. im Gehörgang befindet sich immer eine so genannte Otoplastik. Sie dient dazu, den verstärkten Schall zuzuführen und das Hörgerät sicher zu befestigen. Diese Otoplastiken werden nach Maß ganz genau angefertigt, dazu sind vorher Abformungen des Ohres nötig. Bei Babys ist der Vorgang der Ohrabformung zwar eine komplizierte, jedoch völlig harmlose Prozedur. Sie tut nicht weh, und mit ein wenig Glück verschlafen die ganz Kleinen diese halbe Stunde. Bei größeren Kindern ist da schon etwas mehr Überzeugungsarbeit und Geduld nötig.

Aus den vorliegenden Messdaten muss der Pädakustiker dann berechnen, was genau die Hörgeräte übertragen sollen. Mit Hilfe von speziellen technischen Messgeräten kann er kontrollieren, ob die Hörgeräte tatsächlich so arbeiten wie es notwendig ist.
Der Moment der ersten Anpassung der Geräte kann sehr unterschiedlich verlaufen.
Ganz oft ist es ein sehr eindrucksvoller Augenblick, und es ist für uns und die Eltern besonders schön, wenn sofort deutliche Hör-Reaktionen des Kindes erkennbar sind. Es kommt jedoch auch vor, dass ein Baby sich wegen der völlig neuen Eindrücke erst einmal erschrickt und weint. Aber auch das ist für den Pädakustiker eine positive, verständliche Reaktion. Man muss den kleinen Menschenkindern erst einmal die Chance geben, sich an diese "neue Welt" des Hörens zu gewöhnen.

Die ganz genaue Einstellung der Hörgeräte ist sehr zeitaufwendig und kann sich über einen längeren Zeitraum hinziehen. Aber nur so hat man eine Bestätigung, dass alles richtig ist.
Während der Wochen der Anpassung müssen die Eltern ganz besonders viel helfen. Sie haben ihr Baby Tag und Nacht um sich und können am Besten die Reaktionen des Kindes mit den Hörgeräten beobachten. Diese werden dann während der Kontrollbesuche beim Pädakustiker sorgfältig ausgewertet. Zudem kann der Akustiker mit dem Kind Tests durchführen, um zu prüfen, ob der Hörerfolg gut ist. Diese Kontrollen erfolgen bei Babys alle sechs bis acht Wochen, damit man sicher sein kann, dass sich das Hören des Kindes gut entwickelt.

Leider gibt es auch Fälle, wo das nicht der Fall ist und der Erfolg ausbleibt. Es kann bedeuten, dass der Hörverlust so groß ist, dass man selbst mit Hochleistungs-Hörgeräten keinen Ausgleich mehr erzielen kann. Diese Kinder werden nach einer gewissen Beobachtungszeit sofort an spezielle Kliniken verwiesen. Dort prüft man, ob das Kind für ein sogenanntes CI ( Cochlear Implant ) in Frage kommt. Ein CI besteht aus einem Teil, der in das Innenohr implantiert wird und aus einem Sprachprozessor, der außen am Kopf getragen wird. Der Sprachprozessor außen wandelt den ankommenden Schall in elektrische Impulse. Diese werden über eine Sendespule zum Empfänger im Kopf des Kindes geleitet und gelangen mit Hilfe eines Kabels in die Elektrode im Innenohr. Durch elektrische Impulse wird der Hörnerv gereizt und es entstehen Höreindrücke. Damit können die Kinder ebenfalls Hören lernen.

Gleich, ob ein Kind optimal mit Hörgeräten ausgestattet ist oder ob es ein CI benutzt; extrem wichtig sind die begleitenden Therapien, durch die das Kind hören und dann auch sprechen lernt. Hierbei sind wiederum alle Beteiligten wichtig: die Therapeuten, die dafür sorgen, dass das Kind die Freude am Lernen nicht verliert, die Eltern, die mit dem Kind viel, viel üben sollen, der HNO-Arzt oder die Klinik, die die Kinder regelmäßig medizinisch betreuen und der Pädakustiker, der dafür Sorge trägt, dass die technische Ausstattung des Kindes stets gut und richtig funktioniert.

Die Hörgeräte-Anpassung bei kleinen Kindern oder Babys ist eine sehr aufwendige und anspruchsvolle Sache. Alle Beteiligten brauchen hier sehr viel Wissen und Erfahrung. Aber sie ist auch eine sehr spannende und lohnenswerte Arbeit. Denn wenn nach ein paar Monaten das Kind die ersten Worte spricht, dann hat sich die Mühe gelohnt und nicht nur die Eltern sind glücklich und zufrieden.

Wir nehmen uns Zeit für Sie und Ihr Kind!

Wenn wir unseren Kindern Hörhilfen anpassen, geschieht dies in enger Zusammenarbeit mit audiologischen Abteilungen von Kliniken, Pädaudiologen, Phoniatern und niedergelassenen HNO Ärzten. Der interdisziplinäre Austausch ist zwingender Bestandteil der Versorgung.

Um möglichst viele Informationen über das Hörvermögen des Kindes zu erhalten, werden von uns nochmals Hörprüfungen in Abhängigkeit vom Alter des Kindes vorgenommen. Erst eine Auswertung aller am Kind vorgenommenen Prüfungen lässt eine professionelle Diagnostik und einen individuellen Versorgungsvorschlag zu.

Wir führen bei Kindern eine so genannte vergleichende Anpassung durch, d.h. es werden Hörgeräte von verschiedenen Herstellern getestet. Am Ende der Hörprobe wird das Kind mit den Hörgeräten versorgt, mit denen es den besten Hörerfolg erzielt hat. Nach erfolgter Hörsystemanpassung wird die Versorgung nochmals von einem Mediziner begutachtet und bestätigt.

Der zeitliche Aufwand einer Versorgung ist je nach Kind sehr unterschiedlich, bedeutet aber sowohl für Eltern als auch für uns einen beträchtlichen Aufwand. Die Versorgung wird von uns ca. 4 Jahre lang regelmässig im Abstand von maximal 6 Monaten überprüft und falls nötig die Hörsysteme nachgestellt. Wir werden Ihnen in dieser Zeit auch zeigen, wie Sie die tägliche Prüfung der Hörsysteme selbst vornehmen können.

Die Regelgebrauchszeit von Kinderhörgeräten beträgt bei normalem Verlauf ca. 4 Jahre. Danach hat das Kind gemäss den gesetzlichen Krankenkassen wieder Anspruch auf neue Hörgeräte.

Sie und Ihr Kind sind bei uns herzlich willkommen, am besten nach Vereinbarung eines Termins.

 
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